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Wer gewohnheitsmäßig Tiere tötet, läuft Gefahr abzustumpfen und zu verrohen. Dann tötet man auch ohne zwingenden Grund, einfach aus Wut, Spaß oder weil es bezahlt wird, in jedem Fall aber aus Mitgefühllosigkeit. A.M.

Hier ist die Geschichte von Sammy, einem lieben, freundlichen und intelligenten Border Collie Mischling. Er wurde mit 2,5 Jahren von seinem Besitzer und dessen Tierarzt getötet.
Ein fremder Hund ging mit seiner Begleitung auf dem öffentlichen Wirtschaftsweg durch das Territorium von Sammy und seiner Hundemama. Die Beiden waren unbeaufsichtigt und wollten den anderen Hund von ihrem Gebiet vertreiben. Er trug eine leichte Verletzung davon. Welcher der beiden Hunde die Verletzung verursacht hatte, wusste man nicht. Die Besitzer ließen Sammy daraufhin vom Tierarzt töten.
Seine Menschen hatten Fehler gemacht, denn sie hatten nicht aufgepasst, doch Sammy wurde dafür mit dem Tod bestraft. Dass die Tötung strafbar war, wussten die Menschen, aber es interessierte sie nicht.
Sein Besitzer hatte Sammy schon 1 Jahr zuvor töten wollen, weil er ein
Beutetier getötet hatte, aber da funkten ihm die Nachbarn dazwischen, die den Hund aufnehmen wollten. Sein Besitzer weigerte sich jedoch, ihn abzugeben. Er behielt den Hund in der Überzeugung, dass er wieder jagen gehen würde, schließlich wohnte er nah am Wald, um ihn dann zu töten. Aber der Hund jagte nicht mehr. So musste sein Besitzer 1 Jahr warten bis er wieder einen nichtigen Grund fand. Und nun tat er das was er schon lange hatte tun wollen. Er ließ Sammy töten.
Der Tierarzt und der Besitzer wurden angezeigt. Das Töten von Haustieren ohne zwingenden Grund ist strafbar.

 

Sammy's Geschichte

Hallo, ich bin Sammy, ein freundlicher, lieber und intelligenter Hund. Meine Geschichte steht für unzählige Tiere die so wie ich tagtäglich sterben müssen, weil sie lästig geworden, nicht mehr gewollt sind, es billiger und bequemer ist, sie zu entsorgen und weil es weder für die BesitzerInnen noch für die TierärztInnen Konsequenzen hat. Ich will Euch von meinem kurzen, nur 2,5 jährigen Leben erzählen.

Ich war eins von sage und schreibe elf Geschwistern. Wir erblickten im Oktober 2008 das Licht der Welt. Unsere Mama ist ein großer Bordercolliemischling und unser Papa war ein reinrassiger Bordercollie. Der Besitzer unserer Mama meinte, sie sollte mal Junge haben. Dass wir gleich zu elft kommen würden, damit hatte man nicht gerechnet. Als wir unterwegs waren, buddelte unsere Mama viele Löcher im Garten. Das waren wohl so Anwandlungen von ihr, im Zusammenhang mit ihrer Schwangerschaft. Zu guter Letzt massakrierte sie dann kurz bevor wir kamen noch das gute Wohnzimmersofa. Glücklicherweise nur unterhalb der Sitzfläche. So konnte man es noch benutzen. Außerdem hatte sie immer viel Hunger, wie das oft von Schwangeren behauptet wird, aber nicht auf saure Gurken, sondern mehr auf den Auflauf den man für sie gut erreichbar in der Küche hatte stehen lassen. Tja, und dann waren wir alle da. Einige von uns verlor unsere Mama schon unterwegs im Gehen auf der Treppe. Aber das mache uns nichts aus. Wir hatten noch die Augen zu und waren sowieso noch nicht ganz in der Welt. Unsere BesitzerInnen gaben sich viel Mühe und bauten meiner Mama und uns ein schönes Hundehäuschen, was dann draußen in den Wintergarten gestellt wurde. Da hatten wir alle genug Platz und konnten krabbeln als wir dann schon etwas älter waren. Wir wurden auch teilweise noch mit der Flasche gefüttert, weil es für so viele Hundekinder doch nicht genug an der Milchbar gab. Wir schliefen natürlich auch viel und unsere Mama kümmerte sich zwar ausgiebig um uns, aber ab und zu musste sie auch mal raus und sich etwas von der Kinderbetreuung erholen. Als wir etwas älter waren durften wir dann auch raus vor die Tür, zuerst in den Garten. Dann später auch in den Stall.

Einer meiner Brüder verschwand leider irgendwann beim Spielen. Man suchte überall fieberhaft nach ihm. Es war Winter und sehr kalt und es lag viel Schnee, so dass man sich nicht vorstellen konnte, dass er die Nacht draußen überleben konnte. Später im Frühjahr als der Schnee getaut war, fand seine Mama schwarz-weiße Fellreste auf der Wiese. Die müssen wohl von ihm übrig geblieben sein. Man vermutete ein Fuchs könnte ihn geholt haben.

Alle meine Geschwister, außer ich, wurden vermittelt. Unsere Besitzer staunten wie viel Geld sie für uns bekamen im Vergleich zu einem kleinen Kuhkind, das viel weniger Wert ist als wir. Nur mich wollte keiner haben. Ich hatte wohl nicht das richtige Outfit. Ich war dunkelbraun mit weißen Vorderpfoten und nicht schwarz-weiß oder beige-weiß wie meine Geschwister. So blieb ich übrig und nach einiger Zeit entschied man dann endgültig, dass ich bei meiner Mama bleiben durfte/mich zu behalten. Mann überlegte lange wie ich heißen sollte. Schließlich entschied man sich für Sammy.

Meine Mama erzog mich wie alle anderen und brachte mir bei Mäuse, Vögel, Katzen und Autos zu jagen. Manche meinten, das könnte auch ins Auge gehen, aber das passierte nicht.

Schließlich nahm uns unsere Nachbarin auch öfter mit zum Spazieren gehen. Wir durften frei und ohne Leine laufen, weil wir gut hörten. Nur leider hatten wir Jagdtrieb und ich war dazu noch sehr schnell. Meine Begleiterin rief mich zwar, aber es war schon zu spät, denn ich hatte einen Rehbock gesehen, jagte los und tötete ihn.

Ich kam so schnell wieder, dass unsere Begleiterin das gar nicht mit bekam. Dafür aber die Leute auf deren Grundstück die Jagd stattgefunden hatte. Die Leute alarmierten jemanden von der Gemeinde. Der kam dann prompt und erwischte uns auf dem Weg nach Hause. Unsere Begleiterin wollte erst gar nicht glauben, dass ich das gewesen sein sollte, denn bis dahin hatte sie geglaubt, wir Hunde täten anderen Tieren nichts. Wir liefen nach Hause. Meine Besitzer wurde informiert und man gab sich viel Mühe alles zu regeln, damit ich von den Behörden nicht zum gefährlichen Hund gemacht würde, schließlich hatte ich ausgerechnet ein Reh getötet und keine Maus oder einen Fuchs und so die Jäger um ihr Jagdvergnügen gebracht, zumindest was dieses Tier anging.

Mein Besitzer wollte mich wegen dieses Vorfalls vom Tierarzt töten lassen. Auf die ungläubige Nachfrage meiner geschockten Nachbarn, ob das denn ginge, einen gesunden, jungen, freundlichen Hund einschläfern zu lassen und dafür einen Tierarzt zu finden, meinte mein Besitzer nur, das wäre für ihn gar kein Problem.

Ich wusste nicht, dass ich dafür getötet werden würde, sonst hätte ich es sicherlich nicht gemacht. Habt ihr denn nicht begriffen, dass ich ein Hund bin, wenn auch sehr intelligent, doch trotzdem nicht mit dem Bewusstsein eines Menschen gehandelt habe? War es fair mich deshalb töten lassen zu wollen?

Mehrere Nachbarn waren sehr dagegen und fürchterlich erschrocken darüber, denn sie wollten nicht, dass ich getötet werde. Sie meinten, schließlich wäre es doch nicht mein Fehler, sondern der unserer Begleiterin gewesen die nicht aufgepasst hatte. Die Nachbarn boten an mich sofort zu adoptieren oder mich anderweitig unterzubringen. Das wollte mein Besitzer aber auf keinen Fall. Er sagte so etwas wie: Den Hund gebe ich nicht ab, er bleibt bei mir oder ich lasse ihn einschläfern. Die Nachbarn versprachen, falls irgendwelche Kosten entstehen sollten, wie z.B. ein Bußgeld oder sonstiges, diese zu übernehmen. Es gab aber glücklicherweise nur eine Verwarnung und die Nachbarn sagten, sie würden mir auf jeden Fall nehmen, wenn man mich einschläfern wollte.

Ich musste dann öfter an ein Leine. Es lief alles ganz gut, obwohl es für mich schlimm war, wenn ich an die Leine musste, weil ich nicht beaufsichtigt werden konnte. Ich war einfach nur ein junger, energiegeladener Hund der beschäftigt oder zumindest gut beaufsichtigt werden wollte. Ich ging trotzdem nicht mehr jagen, denn so stark war mein Jagdtrieb gar nicht.

Ein Jahr später, wir waren alleine zu Hause, kam ein fremder Hund auf dem Weg an unserem Grundstück vorbei. Wir konnten die Tür öffnen und rannten hin, denn wir wollten unsere Territorium verteidigen. Dabei bissen wir ihn, wenn auch nur leicht, so gab es doch eine große Aufregung. Als unser Besitzer nach Hause kam und davon erfuhr, tat er das was er schon vor einem Jahr tun wollte. Er ließ mich, meine Mama glücklicherweise nicht, von seinem Tierarzt töten.

War es tatsächlich richtig mich zu töten? Waren meine Fehler so schlimm gewesen? Waren es nicht in Wirklichkeit die Fehler von euch Menschen, weil man mich weder vernünftig erzogen, noch sich ausreichend um mich gekümmert hat? Es passiert so oft, dass Leute ihre Hunde nicht mehr behalten können, aus welchen Gründen auch immer. Dann ist es normal, wenn auch nicht schön, den Hund abzugeben. Für meine Besitzer kam das leider nicht in Frage.

Hatten sie mich denn gar nicht lieb? War ich denn so wenig wert für die ganze Familie?

Wir haben doch alle zusammen gelebt in einem Haus und ihr kanntet mich von klein auf, als ich noch aussah wie ein kleines braunes Fellbrötchen. Ihr habt mich aufwachsen sehen, wie ich zu einem großen, schönen und freundlichen Hund wurde.

Ich will nicht, dass meine Mama auch noch von dem Tierarzt getötet wird, falls sie noch einen Fehler machen sollte. Ich verstehe nicht, warum der Tierarzt keine Skrupel hatte einen jungen, gesunden Hund tot zu spritzen. Seine Aufgabe ist doch den Tieren zu helfen.

Noch nicht einmal die BesitzerInnen des gebissenen Hundes haben das gut gefunden. Ich habe Fehler gemacht, die im Grunde nicht meine waren. Ihr habt mir nicht gezeigt wie ich mich zu verhalten habe und nicht aufgepasst auf mich.

Ich hätte so gerne noch länger gelebt. Ich war doch noch jung und gesund und ein lieber Hund, der einfach nur eine richtige Erziehung gebraucht hätte, ohne Schläge. Glauben meine Besitzer denn wirklich das hätte etwas mit Verantwortungsbewusstsein zu tun mich zu töten, statt mich leben zu lassen oder haben sie geglaubt, wenn sie mich töten, schaffen sie ihr Fehlverhalten und ihre Probleme aus der Welt?

Die Nachbarn haben es erst eine Woche später erfahren, dass ich getötet worden bin. Sie glauben nicht an meinen bösen Blick, denn sie kannten meinen unschuldigen Blick.

„Ehrfurcht vor dem Leben ist ins Grenzenlose erweiterte Verantwortung für alles, was lebt. Unser Nächster ist nicht nur der Mensch. Unsere Nächsten sind alle Wesen.“
(Albert Schweitzer).

 

 
 
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