Forderungen von TERRE DES FEMMES zur Berücksichtigung
der besonderen Schutzbedürftigkeit von Frauen auf der Flucht


Frauen auf der Flucht sind besonders schutzbedürftig. Sie sind in allen Phasen der Flucht einem besonderen Risiko geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt. Auch leiden viele weibliche Geflüchtete unter geschlechtsspezifischen Gewalterfahrungen, die sie bereits in ihren Herkunftsländern gemacht haben. TERRE DES FEMMES fordert, dass der besonderen Schutzbedürftigkeit von Frauen und Minderjährigen auf allen Etappen der Flucht Rechnung getragen wird.

Zur Unterbringung geflüchteter Frauen
Asylsuchende leben oft monatelang auf engstem Raum zusammen. Dazu kommt, dass viele infolge von Erfahrungen im Herkunftsland und auf der Flucht stark traumatisiert sind. Den Asylsuchenden fehlen Rückzugsmöglichkeiten. Häufig werden die Sanitäranlagen gemeinschaftlich genutzt, sind weder nach Geschlechtern getrennt noch abschließbar. Diese gewaltbegünstigende Konstellation bietet insbesondere geflüchteten Frauen und ihren Kindern kaum Schutzmöglichkeiten.

Vermeidung gewaltfördernder/ -begünstigender Zustände:
- In Gemeinschaftsunterkünften müssen alleinfliehende Frauen (und ihre Kinder) räumlich getrennt von männlichen Bewohnern in Wohnungen oder Wohneinheiten untergebracht werden können.
- Notwendig sind abschließbare Räume für alleinfliehende Frauen (und ihre Kinder).
- Notwendig sind der Ausbau von Unterkünften speziell für alleinfliehende Frauen (und ihren Kindern) sowie der Ausbau von Schutzunterkünften für geflüchtete Frauen, die von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen sind.
- Sanitäranlagen müssen nach Geschlechtern getrennt und abschließbar sein. Verankerung eines Gewaltschutzkonzepts in allen Unterkünften:
- Alle BewohnerInnen müssen niedrigschwellig, ggf. muttersprachlich, über die Rechtslage und bestehende Unterstützungsmöglichkeiten in Fällen geschlechtsspezifischer Gewalt informiert werden.
- Die Verankerung eines gemeingültigen/standardisierten Gewaltschutzkonzeptes zur Prävention von und Intervention bei geschlechtsspezifischer Gewalt.
- Benennung fester, besonders geschulter (weiblicher) Ansprechpersonen, denen sich Betroffene sowie ZeugInnen von geschlechtsspezifischer Gewalt anvertrauen können.
- Uneingeschränkte Anwendbarkeit des Gewaltschutzgesetzes. Eine sofortige räumliche Trennung von dem/r (mutmaßlichen) TäterIn muss unbedingt möglich sein. Handelt es sich bei der gewalttätigen Person um eine/n BewohnerIn, sollte grundsätzlich die Betroffene entscheiden können, ob sie oder der/die TäterIn die Unterkunft verlassen muss.
- Schulung bzw. Weiterbildung zu geschlechtspezifischer Gewalt von der Polizei sowie aller hauptwie ehrenamtlichen MitarbeiterInnen, die in den Unterkünften tätig sind Geschlechtsspezifische Asylgründe müssen ernst genommen werden Asylsuchende aus sogenannten „sicheren Herkunftsländern“ durchlaufen ein verkürztes Asylverfahren.
Die Einzelfallprüfung bei Asylsuchenden aus Herkunftsländern, die staatlicherseits als „sicher“ eingestuft werden, ist i.d.R. als völlig unzureichend zu bewerten. So haben es Asylsuchende, die in ihrem Herkunftsland geschlechtsspezifischer Verfolgung ausgesetzt sind, in dem verkürzten Verfahren noch schwerer ihren Anspruch auf Asyl geltend zu machen.
- Geschlechtsspezifische Verfolgung muss als Asylgrund ernst genommen und umfassend anerkannt werden.
- Die Einzelfallprüfung muss Kern des Asylverfahrens sein.

Familiennachzug
Mehrere Tausend Geflüchtete in Deutschland haben einen Anspruch auf Familiennachzug. Die
Bearbeitungszeiten können derzeit bei mehr als einem Jahr liegen. Vor diesem Hintergrund verzichten die zurückgebliebenen Angehörigen – oftmals Frauen (mit ihren Kindern) – auf ihr Recht auf Familiennachzug und sehen sich gezwungen, ihr Schicksal in die Hände von Schleusern zu legen.
- Die Bearbeitungszeiten der Anträge auf Familiennachzug müssen deutlich verringert bzw. die Einreise von Familienangehörigen drastisch verbessert werden.
- Nachweislich bleiben erheblich mehr Frauen als Männer in den derzeitigen Krisen- und Kriegsregionen zurück. Die Regelungen des Familiennachzuges reichen nicht aus und lassen Frauen (und ihren Kinder), die alleinstehend sind, unberücksichtigt. Es sollte ein besonderes Aufnahmekontingent für Frauen und Kinder aus den derzeitigen Krisen- und Kriegsregionen beschlossen werden.
Recht auf Hilfe und Unterstützung in Fällen geschlechtsspezifischer Gewalt
Zahlreiche Asylsuchende leiden infolge geschlechtsspezifischer Gewalterfahrungen im Herkunftsland und auf der Flucht unter schwerwiegenden und unbedingt zu behandelnden körperlichen sowie psychischen Belastungen. Durch das Asylbewerberleistungsgesetz bestehen insbesondere in Bezug auf die oftmals
unbedingt notwendige psychosoziale Unterstützung gravierende Versorgungslücken. Aber auch die medizinische Versorgung ist völlig unzureichend.
- Unbedingt notwendig sind die stabile Finanzierung und der flächendeckende Ausbau spezialisierter und niedrigschwelliger/muttersprachlicher Beratungsangebote für Betroffene geschlechtsspezifischer Gewalt.
- Gesundheitsleistungen müssen für alle Menschen, die sich in Deutschland aufhalten, gleichermaßen zugänglich sein.
- Dolmetscherleistungen müssen als notwendiger Teil der gesundheitlichen Versorgung verstanden und folglich als solche finanziert werden.

Förderung der Integration
Integration darf nicht länger eine Frage des Aufenthaltsstatus sein. Asylsuchenden muss die Teilhabe am wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Leben möglich sein.
- Allen Geflüchteten muss frühzeitig, d.h. bereits im laufenden Asylverfahren, der Zugang zu einem Integrationskurs offenstehen.
- In allen Integrationskursen sollte explizit über die Gleichberechtigung von Frauen und Männern, über die deutsche Rechtssituation in Bezug auf geschlechtsspezifische Gewalt sowie über bestehende Unterstützungsstrukturen informiert werden.

TERRE DES FEMMES -
Menschenrechte für die Frau e.V.
Brunnenstr. 128, 13355 Berlin
Tel. 030 40504699-0
info@frauenrechte.de
www.frauenrechte.de

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Frauen auf der Flucht - Besondere Bedürfnisse von Flüchtlingsfrauen

Mindestens 50 Prozent aller Flüchtlinge sind Frauen und Mädchen. Frauen fliehen wegen Unterdrückung und Verfolgung aus politischen und religiösen Gründen. Aber auch Witwenverbrennungen, genitale Verstümmelung oder Vergewaltigungen sind weitere Gründe, die Frauen zur Flucht zwingen.

uno-fluechtlingshilfe - fluechtlingsfrauen

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Frauen und Flucht

Frauen fliehen genau wie Männer aufgrund von weltweiten Menschenrechtsverletzungen wie Armut, Hunger, Krieg, Folter, mangelnder Bildung und medizinischer Versorgung, Folgen von Umweltzerstörung etc. Sie sind jedoch zudem spezifischen Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt, die fast ausschließlich Frauen betreffen u.a. Steinigung, Witwenverbrennung, Vergewaltigung, Genitalverstümmelung, Zwangsprostitution, Zwangsabtreibung, Zwangssterilisation, Zwangsjungfräulichkeit, Zwangsverheiratung, Zwangsheterosexualität, Zwangsver- und entschleierung etc. Wenn sie in Deutschland ankommen, sind sie oft traumatisiert. Die Unterbringungssituation in gemischten, überfüllten Unterkünften in Deutschland führt nicht selten zu erneuten Gewalterfahrungen und zur Verschlimmerung der Situation. Hier finden sie weitere Informationen  zu Flucht, Asyl und frauenspezifischen Fluchtgründen.

www.damigra.de - frauen-und-flucht

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Syrien - Jordanien Stoppt die sexuelle Gewalt an Frauen auf der Flucht!

Frauen, die vor der Kriegsgewalt in Syrien flüchten, wollen auch der sexuellen Gewalt entkommen, die Teil des Kriegsgeschehens ist. Doch in Flüchtingslagern erwartet sie erneut sexuelle Gewalt. Aus Anlass der «16 Tage gegen Gewalt an Frauen» lancieren wir eine Aktion dazu.

amnesty - 16-tage-gegen-gewalt-an-frauen - syrien-jordanien - sexuelle-gewalt-an-fluechtlingsfrauen

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Women in Exile & Friends
women-in-exile.net

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Gewalt gegen Frauen auf der Flucht

Zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen hat der deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband einen besseren Schutz für weibliche Flüchtlinge gefordert. Vor allem die Unterbringung von Flüchtlingsfrauen in Sammelunterkünften ist problematisch. Zudem fürchten  viele unter ihnen, zur Polizei zu gehen, aus Angst, damit ihren Asylantrag zu gefährden. Romy Sydow berichtet. - See more at: http://info.arte.tv/de/gewalt-gegen-frauen-auf-der-flucht#sthash.b70ZWeLQ.dpuf

arte - gewalt-gegen-frauen-auf-der-flucht

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Frauen auf der Flucht
Geschlechtsspezifische Aspekte in der Flüchtlings- und Asylpolitik Anliegen und Forderungen

anlässlich des Gesprächs mit Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel am 29. September 2015

zum Thema „Flüchtlingsaufnahme“

www.frauenrat.de - Frauen_auf_der_Flucht

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Wer schützt die Frauen nach der Flucht?

Bisher offenbar niemand. In Flüchtlings-Unterkünften sind sexuelle Übergriffe an der Tagesordnung. EMMA forderte schon vor Monaten eigene Unterkünfte für Frauen. Inzwischen haben einige Städte erkannt, dass etwas passieren muss, damit weibliche Flüchtlinge und ihre Kinder hier tatsächlich sicher sind. Das wird auch Zeit.

www.emma.de - frauen-auf-der-flucht

 

Gewalt gegen Frauen auf der Flucht

 

 
 

Ministerin Steffens: Bundesweit einzigartige App „RefuShe“ unterstützt Integration geflüchteter Frauen und bietet Hilfe bei Gewalt

ministerin-steffens-app-refushe-unterstuetzt-integration