"Grausamkeit, die zugelassen wird, sorgt für Verrohung und das Abstumpfen von Mitgefühl und Anteilnahme. Dabei spielt es keine Rolle, gegen wen diese Gewalt ausgeübt wird – gegen Mensch oder gegen Tier – gegen Hund oder gegen Rind, jedes Lebewesen sollte ein Recht darauf haben, friedlich leben zu dürfen." Bernadette Raschle

 

Tierschutz Praxis

Kinder lesen Hunden im Tierheim vor

Auch ohne eine Adoption kann man Hunden im Tierheim helfen. Kinder setzen sich vor die Käfige der Hunde und lesen ihnen etwas vor. So wird beiden geholfen. Kinder üben Lesen und Hunde verlieren ihre Angst vor Menschen auf eine ganz einfühlsame Art und Weise.


 

Das Tierhospital Hamburg

Unsere Gesellschaft verändert sich. Von unsichtbaren und schwer erklärbaren Kräften werden Fäden gezogen: Wer arbeitet und mit dem verdienten Geld sich und seine Familie, und seinen Hund oder seine Katze versorgt, spürt, dass es eng und enger wird. Geht die Waschmaschine kaputt oder wird der Hund krank, ist die große Katastrophe ausgebrochen. Eine Waschmaschine kann man zwar auf Raten kaufen. Mit dem kranken Hund zum Tierarzt? Ratenzahlung wird – besonders bei Hamburger Tierärzten – nicht gewährt. Kurzum: wer keine Kohle hat – oder zu wenig - verlässt in Trostlosigkeit die tierärztliche Praxis : „Wir können Ihnen nicht helfen, leider“, oder „ Tut uns leid – besorgen sie das Geld – dann sehen wir weiter“.
Im Jahr 2006, also mithin schon viele Jahre her, wurde der Verein The Animals Social and Medical Networks Hamburg, kurz ASMN-Hamburg gegründet: Der zentrale Gedanke – die Leitidee: Kein in Not geratenes Lebewesen wird abgewiesen. Fürsorge und Tierärztliche Hilfe und die Vermittlung von Hunden und Katzen an verantwortungsbewusste Personen, wenn „Herrchen“ verstorben ist, gehören zum Alltäglichen.
Das Internet hilft meist schnell. Schwierig ist es mit heimatlosen Katzen. Die bleiben oft wochenlang. Aber – bis heute wurde jede Katze an eine neue Gastfamilie weitervermittelt. Das geistige Erbe der Johanniter und die humanistische Bildung vieler Beteiligter machen es möglich. Dirk Schrader, Hamburg

www.asmn-hamburg.de

...............................................

Polizei im Dienst der Tiere

Einer der Vorträge, die den Vegetarier-Kongress in Widnau prägten, wurde von Wachtmeisterin Sherry Schlueter gehalten, die aus Florida angereist war, um ihre Tierschutzarbeit bei der Polizei vorzustellen.
Die Polizei bietet eher schlechte Berufsaussichten für jemanden, der sein Leben dem Tierschutz widmen möchte. Dieses Ziel visierte jedoch Sherry Schlueter vor mehr als 20 Jahren an, als sie sich für eine Polizeilaufbahn entschloss mit dem festen Vorhaben, eine Untersuchungseinheit gegen die an Tieren begangenen Verbrechen zu gründen.
Damit das Thema der Gewalt an Tieren als seriös empfunden wurde, überzeugte Sherry Schlueter den damaligen Sheriff, eine Untersuchungseinheit auf die Beine zu stellen, welche nicht nur gegen die Verbrechen an den Tieren einschreitet, sondern auch gegen die schlechte Behandlung von Kindern, Behinderten und alten Menschen. Mit anderen Worten: Ein Dienst für die Verteidigung der Schwächsten sollte aufgebaut werden. Die Idee einer gemeinsamen Einheit für all diese Missstände war, den Zusammenhang zwischen Gewalt an Tieren und Menschen aufzuzeigen.
«Ein Opfer ist ein Opfer, und ein Folterer ist ein Folterer, ob das Opfer nun Flügel, Pfoten, Beine, Federn hat oder alt beziehungsweise jung ist.»

Sherry Schlueters Arbeit bestand also darin, die Verbindung der verschiedenen Gewaltakte bekanntzumachen, besonders innerhalb der Familie. Im Zyklus der Gewalt in der Familie, so beteuert Sherry Schlueter, ist – oft vergessen – das erste Opfer ein Haustier. Noch verwundbarer ist das Opfer, wenn der Missetäter weiß, dass Gewalttaten an Tieren nicht geahndet werden. Doch oft bleibt es nicht beim Tier und der Täter vergeht sich an einem unterlegenen Menschen. Werden also Gewalttaten an Tieren streng bestraft, so wird auch der Gewalttat an Kindern vorgebeugt.
Um dieses Prinzip zu belegen, erwähnte Sherry Schlueter eine Studie des FBI, die seit 1970 über die Geschichte der Serienmörder in den USA gemacht wird. Das Gemeinsame all dieser Mörder, außer dass sie sich an mehreren Menschen vergangen und diese umbrachten, ist eine grausame Tat an Tieren, oft schon während ihrer Kindheit.
Sherry Schlueter fährt fort: «Wird der Zusammenhang der Verbrechen an den Tieren und der Verbrechen an den Menschen aufgezeigt, so können wir sogar Leute sensibilisieren, welche sich nicht um die Tiere als Opfer kümmern. Man kann sie überzeugen, indem man Missetaten gegenüber den Tieren aufzeigt und darauf reagiert, besonders wenn der Täter ein Kind ist, und diesen psychologisch betreut, damit das Risiko eines Übergriffs auf Menschen reduziert werden kann.»
Natürlich ist sich Sherry Schlueter bewusst, dass sich die Gewalt an Tieren nicht auf Haustiere beschränkt und sich Missetaten an Schlachttieren ebenso empfindlich auf das Verhalten der Menschen auswirken. Darum ist sie als langjährige Veganerin und Rohköstlerin auch außerhalb ihrer Arbeit sehr in der Verbreitung des Vegetarismus und des Tierschutzes engagiert, wo sie im Komitee mehrerer Vereinigungen aktiv mit macht.
„In Florida habe ich mitgeholfen, 1988 ein Gesetz durchzubringen, welches kriminelle Vergehen gegenüber Tieren, inklusive Tierquälerei oder Tötung eines Tieres, nicht mehr als minderes Vergehen betrachtet wird, sondern als Kapitalverbrechen. So kann der Schuldige zu einer Busse von bis zu 10 000 $ verurteilt werden und riskiert eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren. Mehrere Kriminelle wurden nach diesem Gesetz verurteilt, und die Abschreckung ist spürbar. Bis heute gibt es keinen Rückfall“, erklärt Sherry Schlueter.
Dank dieses Gesetzes, welches kriminelle Handlungen an Tieren strenger verurteilt, nehmen die Polizisten die Sache ernster und sind motivierter, die Täter zu verhaften.
Das Westschweizer Fernsehen TSR hat eine Sendung über die polizeilichen Untersuchungen ausgestrahlt, die Zusammenhänge zwischen Gewalt an Tieren und Gewalt an Menschen aufzeigt.
Dies erlaubte die Bekanntmachung des Gesetzes gegen Gewalt an Tieren bei der Bevölkerung, gewiss mit einer präventiven Wirkung. Zudem wird so die Bevölkerung veranlasst, Übergriffe an Tieren zu denunzieren, da sie weiß, dass ihre Beschwerde angehört und Wirkung haben wird. Das Interesse der Medien löste bei meinen Kollegen die Reaktion aus, dass meine Arbeit mehr respektiert wurde.

Mehr dazu:  www.vegetarismus.ch

...............................................

Zum Wohl der Tiere

Dagmar Weinrich und Petra Herbrechtsmeier vom Tierschutzverein Schwenningen haben sich eine Woche an der Akademie für Tierschutz in München-Neubiberg ausbilden lassen. Die Akademie gilt als Ideenfabrik des deutschen Tierschutzbundes.
Beide Tierschutzaktiven haben damit den "Sachkundenachweis für Tierheimtierpfleger" erworben und fungieren im Auftrag des Tierschutzvereins als Tierschutzberater. Sie haben die Aufgabe, Hinweisen auf Tierquälerei oder nicht artgerechte Tierhaltung nachzugehen. Sie haben die Tierhalter aufzuklären und etwaigen Missständen abzuhelfen.
Führt die angebotene Aufklärung und Beratung besonders auch wegen fehlender Mitwirkung des Tierhalters nicht zu einer artgerechten Tierhaltung, dann sind Dagmar Weinrich und Petra Herbrechtsmeier vom Tierschutzverein beauftragt, den Tatbestand dem Amtstierarzt zu melden, damit durch behördliche Maßnahmen den Tieren geholfen wird.
In einem Fall wurde eine nicht artgerechte Kaninchenhaltung mitgeteilt. Die Überprüfung ergab, dass die Haltung der Langohren tatsächlich problematisch war. Ein viel zu kleiner Käfig, in einem zugigen Bereich des Gartens aufgestellt, kein Unterschlupf, kein Freilauf. Die Tierhalterin zeigte sich einsichtig, nahm die Tiere erst einmal ins Haus und möchte einen weiteren Käfig beschaffen. Nach Ablauf einer gewissen Frist werden die Abmachungen überprüft.
In einem anderen Fall standen Kaninchen als Haustiere auf dem Wunschzettel für Weihnachten. Den Eltern und ihren zwei Kindern wurde geschildert, wie eine richtige Kaninchenhaltung auszusehen hat. Der Weihnachts-Wunschzettel wurde daraufhin geändert, die Kaninchen wurden gestrichen.

Weiterlesen …

«Das einfache Miterleben von Tierquälerei setzt den Teufelskreis der Gewalt fort – durch Desensibilisierung und Nachahmung des Beispiels.» Bernadette Raschle

 

 
 


www.sagneinzumilch.de

 

Sag Nein zu Milch